Unser Verhaltenskodex

 

Einleitung: Die unten aufgeführten Verhaltensempfehlungen sind die Summe jahrelang gesammelter guter und weniger guter Erfahrungen aus unserem Berufsalltag.

Das Wohl ihres Hundes, wie auch das Wohl aller anderen teilnehmenden Hunde, ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Wir hoffen auch ihnen und bitten sie deswegen, sich während eines Besuches bei uns an folgendes zu halten:

 

1. Vor Beginn der Lektion ihren Hund bitte noch im Auto lassen

Warum?

 

- So haben wir ungestört die Möglichkeit mit ihnen das Vorgehen der Lektion kurz zu besprechen und allfällige, andere wichtige Informationen durchzugeben, ohne dass ihr Hund schon auf ihre und unsere Aufmerksamkeit angewiesen ist.

 

- Es kommt vor, dass für sie und ihren Hund auf dem Übungsplatz von uns schon etwas vorbereitet wurde und es ungünstig wäre, wenn sie ihn uninformiert betreten.

 

- Es könnten sich noch Hunde oder andere Tiere auf dem Übungsplatz befinden, welche nicht so gut mit der Ankunft ihres Hundes umgehen können.

 

- Wir können so ein unkontrolliertes Aufeinandertreffen der anwesenden Hunde vermeiden und somit daraus resultierende, eventuell ungünstige Situationen verhindern.

 

- Sie haben so vor jeder Lektion die die Chance uns und andere Teilnehmer darüber zu informieren was ihr Hund aktuell benötigt, um sich während der gemeinsamen Zeit wohl zu fühlen.

 

2. Pünktlich ist super – und zu spät «besser» als zu früh

Warum?

 

- Ganz einfach: Dies verringert die Wartezeit für ihren Hund im Auto.

 

Zum Auto: Natürlich bitten wir sie nur darum ihren Hund bei der Ankunft noch im Auto zu lassen, wenn es dafür nicht zu heiss ist.

Im Optimalfall (v.a. wenn von Anfang an darauf Wert gelegt wurde und die Hunde diesbezüglich kein Trauma haben) empfinden viele Hunde das Auto als angenehm, ja sogar als Rückzugsort, und es kann für ihren Hund ein tolles Hilfsmittel sein um herunterzufahren.

Wenn dies bei ihrem Hund nicht der Fall ist und er Schwierigkeiten damit hat, oder sie ohne Auto zu uns reisen, sprechen sie uns bitte vor ihrem Termin darauf an damit wir eine passende Lösung finden können.

 

3. Bitte kommen sie nicht extra früher, um mit ihrem Hund in der Region vor dem Übungsplatz spazieren zu gehen

Warum?

 

- Möglicherweise ist vor ihrer Lektion noch ein ängstlicher Hund auf oder vor dem Übungsplatz der gestresst reagieren könnte durch ihre Ankunft oder den Anblick ihres Hundes. Das wäre schade!

 

-Eventuell haben wir Sachen vorbereitet vor oder um den Übungsplatz, die ihr Hund noch nicht finden soll.

 

-Es verhindert unkontrolliertes Aufeinandertreffen fremder Hunde vor der Lektion, sollten dies mehrere Teilnehmer aufs Mal tun.

 

- Wenn sie Gründe haben, weshalb es für sie und ihren Hund wichtig ist unmittelbar vor der Lektion spazieren zu gehen, machen sie das bitte an einem anderen Ort. Sprechen sie uns für Tips bezüglich geeigneter Orte an.

 

- Denken sie daran: Es ist ihrem Hund gestattet sich bei uns auf dem Übungsplatz zu versäubern!

(Die Entsorgung obliegt ihrer Verantwortung: Robidog unmittelbar neben dem Übungsplatz vorhanden).

 

- Ihr Hund ist schön frisch und bereit für seine Lektion.

 

- Falls ihr Hund überhaupt noch mag und es den weiteren Verlauf mit den folgenden Hunden nicht stört, machen sie lieber eine kleine Runde nach der Lektion, um diese in Ruhe ausklingen zu lassen.

 

4. Falls mit uns nicht anders besprochen, führen sie ihren Hund bitte an der Leine

Warum?

 

- Diejenigen die uns und unsere Arbeit kennen wissen es schon: Die Arbeit bzw. das Handling an der «Leine» (Bei «Leine» sprechen wir hier immer von den sogenannten "Langleinen" zwischen 3m - 5m. Nicht von Doppelleinen unter 3m und nicht von Rollleinen, oder sonstigen Leinenvarianten) ist ein wichtiger und schöner Aspekt unserer Arbeit. Ihr Hund fühlt sich bei gutem Handling nicht schlecht an der Leine, sondern begleitet, unterstützt und ja, manchmal auch begrenzt, wenn dies nötig ist.

 

- So tragen wir zur Sicherheit und dem Wohlergehen aller bei: Ihrem Hund, den anderen Hunden, den weiteren Teilnehmern und uns.

 

- Sie sind immer in der Lage eine Situation zu lenken und zu kontrollieren.                                    

 

Zum Freilauf: «Wirklich frei ist nur der, der damit umgehen kann».

Der Freilauf ist vielen Hundebesitzern sehr wichtig und dies verstehen wir. Es ist ein schöner Aspekt im Leben von Hund und Halter und auch unserer Arbeit.

Jedoch müssen wir darauf bestehen, dass gewisse Bedingungen erfüllt sind: So zum Beispiel die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Anwesenden. Die Möglichkeit ihren Hund wieder anleinen zu können. Und ganz wichtig: Ihr Hund besitzt die Fertigkeiten, die es dazu benötigt.

In diesem Fall können wir den Freilauf gerne in unsere gemeinsame Arbeit involvieren.

Ansonsten gilt der Grundsatz: Lieber gut unterstützt an der Leine als überkontrolliert frei.

 

5. Verhalten in Gruppenstunden

 

- Nach der Einleitung hohlen wir nacheinander die Hunde an den Leinen aus den Autos und führen sie auf den Platz.

 

- Wir schenken unseren Hunden eine gewisse Ankunftszeit in dem wir uns gemeinsam mit ihnen auf dem Platz bewegen.

 

So können die Hunde:

a) die Aufregung der Autofahrt und Ankunft abbauen

b) ungestört den neusten Gerüchen nachgehen

c) sich, wenn nötig versäubern

d) sich auf Distanz mit den anderen Hunden auseinandersetzen, ohne bedrängt zu werden oder zu bedrängen. Sehr wertvoll für die Hunde!

 

Zum Kontakt: Wenn im Voraus nichts anderes besprochen wurde, gilt der Grundsatz:

"Keinen direkten Kontakt unter den angeleinten Hunden erstellen", sprich den eigenen Hund nicht hinlassen.

In vielen Fällen ist dies jedoch gut möglich, muss aber im Vorfeld abgesprochen werden, vom Besitzer bewilligt sein und hängt schlussendlich auch von unserer Einschätzung ab.

Bei direktem Kontakt achten wir darauf, dass sich immer nur zwei Hunde auf' Mal miteinander auseinandersetzen. Ist ihr Hund der Dritte, begrenzen sie ihn rechtzeitig und warten sie, bis sich die zwei anderen Hunde voneinander lösen. Dasselbe gilt auch wenn sich ein anderer Hund gerade am Lösen ist: Nettiquette.

Kommunikation ist sehr wichtig: Vermitteln sie den anderen Teilnehmern aktiv, was sie und ihr Hund gerade von ihnen brauchen oder nicht brauchen.

 

Während der Lektion: Immer wieder kann es zu Wartezeiten kommen während einer Erklärung oder bis sie und ihr Hund an der Reihe sind. Bitte achten sie in diesen Momenten darauf, dass sie nicht zu dicht bei den anderen teilnehmenden Hunden stehen, sondern nehmen sie sich und ihrem Hund den nötigen Raum den er braucht, um diese Situationen angenehm zu erleben. Dies dürfen sie jederzeit und unaufgefordert tun, es ist sogar von uns erwünscht. Wir sind darum bemüht, dass sie trotz Distanz alles Wichtige mitbekommen.

 

6. Wir füttern und berühren keine fremden Hunde

Warum?

 

Das Füttern anderer Hunde bringt eine Reihe negativer Auswirkungen mit sich, hier nur einige:

 

a) Es kann sein, dass der entsprechende Hund durch die Erfahrung/en bei ihrem Anblick augenblicklich zu ihnen ziehen will und er ist nicht mehr frei in seiner Aufmerksamkeit. Bitte verwechseln sie dieses Verhalten nicht mit Zuneigung zu ihnen, sondern als die Leidenschaft für das Futter aus ihrer Hand. Verzeihen sie uns diese pragmatische Feststellung.

b) Vielleicht ist der Hund allergisch auf einen Inhaltsstoff ihres Futters. Sie wissen es nicht.

c) Würden sie wollen, dass ihr Hund möglicherweise lernt, dass er bei fremden Personen Futter bekommt und er ihnen viele Meter davonrennt, um deswegen einen Fremden zu erreichen?

d) Es kann sein, dass es zu einem Ressourcen Thema zwischen ihrem und dem anderen Hund kommt.

 

Das Berühren eines anderen Lebewesens, in diesem Fall einem anderen Hund kann dessen Bedürfnis nach Individualdistanz unterschreiten und kann zu Unwohlsein bei dem Hund führen, bis hin zu Abwehrreaktionen. Darum bitte: Immer die Erlaubnis des Besitzers einholen und bei einer Einwilligung den Hund gut beobachten: Schätzt er meine Kontaktaufnahme und meine Berührung?

 

 

Zum Schluss ein Hinweis zum Thema Achtsamkeit

 

Sei es in Einzel- oder Gruppen-Lektionen: Ihr Hund ist auf sie und ihre Achtsamkeit angewiesen.

Ihr Hund ist immer in der Gegenwart und reagiert auf den Moment. Entweder mit für uns erwünschtem oder unerwünschten Verhalten. Wenig oder keine Aufmerksamkeit von ihnen kann darum zu ungünstigen Situationen führen, für welche wir nicht den Hund, sondern sie verantwortlich machen, sofern sie mit Aufmerksamkeit und Voraussicht ein Verhalten verändern/verhindern hätten können.

Selbst immer präsent und in der Situation zu sein, liegt uns Menschen i.d.R. nicht gleich stark in der Natur wie unseren Hunden: Sie müssen aufpassen was erklärt wird, haben eigene Gedanken, treffen interessante Teilnehmer und trotzdem, fokussieren sie sich ihrem Hund zu liebe immer wieder auf den gegenwärtigen Moment und verschieben sie Gespräche mit Anderen auf dann, wenn ihr Hund ihre Aufmerksamkeit nicht mehr braucht.

Auch wir versuchen in der Aufmerksamkeit immer in der Situation zu bleiben, um schnell und passend reagieren zu können. Sie können uns dabei unterstützen, indem sie dies auch tun und ihre Fragen und Schilderungen erlebter Situationen "vor" oder "nach" der aktiven Arbeitszeit mit ihrem Hund stellen und erläutern. (Oder lassen sie es uns schriftlich in einem Mail zukommen - wir beantworten ihre Fragen gerne sobald wir die Zeit dazu finden.)

Nehmen sie es uns nicht krumm, wenn wir sie während der Lektion zeitweilig unterbrechen und ihren Fokus wieder auf die aktuelle Situation und die Gegenwart lenken.

Fazit: Ihr Hund dankt es ihnen, wenn sie mit ihrer Achtsamkeit voll und ganz bei ihm sind während seiner aktiven Präsenzzeit.